Mein Candy-Decay-Prozess: Wie meine knallig-glänzenden, schrägen Bilder entstehen
Claudia SchmidtTeilen
Kleiner Hinweis: Dieser Shop wird auf Englisch geschrieben. Die deutschen Fassungen der Journal-Artikel sind Übersetzungen, deshalb kann sich hier und da mal ein Fehler oder eine holprige Formulierung einschleichen. Wenn dir etwas auffällt, schreib es mir gern.
Wie meine Candy-Decay-Bilder entstehen (Material & Prozess)
Eine der Fragen, die mir am häufigsten gestellt wird: Wie entstehen die knalligen Farben, die tiefen Schatten und der Hochglanz, die zum Markenzeichen meiner Candy-Decay-Arbeiten geworden sind?

Die Wahrheit: Es gibt kein einzelnes Zaubermaterial, das für diesen Look sorgt. Es ist die Kombination aus mehreren Medien, von denen jedes etwas Eigenes ins Bild bringt. Über die Jahre habe ich einen Mixed-Media-Prozess entwickelt, mit dem ich kräftige Farben, satte Schatten und winzige Details in einem fertigen Bild zusammenbringe. Ich denke kaum noch darüber nach, mich auf ein einziges Material zu beschränken. Ich stelle mir nur noch eine Frage: Welchen Effekt will ich erzeugen? Und dann nehme ich das Material, das ihn am besten hinbekommt.
Warum ich auf Holzplatten male
Fast alle meine Originale entstehen auf 15 × 15 cm Holzplatten statt auf Leinwand.
Ich liebe Holz als Untergrund, weil es glatt, stabil und berechenbar ist. Acrylmarker gleiten mühelos darüber, wodurch mir die scharfen Konturen und sauberen Formen, die zu meinem Stil gehören, viel leichter gelingen. Anders als bei Leinwand konkurriert keine sichtbare Struktur mit der Illustration, und das Schichten verschiedener Materialien wird deutlich einfacher.
Ein unerwarteter Vorteil: Konsistenz. Da ich fast immer im selben Format und auf demselben Untergrund arbeite, muss ich diese Entscheidungen nicht bei jedem neuen Bild neu treffen. Das lässt viel mehr kreative Energie für das Bild selbst übrig.
Schritt 1: Ein knalliges Fundament bauen
Jedes Candy-Decay-Bild beginnt mit Farbe.
Bevor ich irgendetwas zeichne, streiche ich die Holzplatte meistens mit ein bis zwei Schichten leuchtender Acrylfarbe.
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Oft nehme ich Neonpink, knalliges Gelb, Orange oder Türkis. Auch wenn diese Farben später größtenteils verschwinden, wirken sie im fertigen Bild weiter: Sie leuchten durch winzige Lücken und geben der Illustration von unten eine leise Lebendigkeit. Auf einer bunten Fläche anzufangen bringt sofort mehr Energie ins Bild als ein Start auf reinem Weiß.
Schritt 2: Die Hauptillustration
Wenn der Hintergrund getrocknet ist, fange ich mit Acrylmarkern an.
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Diese Marker liefern die meisten der kräftigen, bonbonartigen Farben, die meine Arbeit ausmachen. Mit ihnen baue ich die Hauptillustration auf, egal ob das eine pizzafressende Taube ist, eine Erdbeere, ein Schädel oder eine der vielen seltsamen kleinen Kreaturen, die in meinen Bildern wohnen.
Die Arrtx Jumbo Marker sind perfekt für größere Flächen und Hintergründe, mit den Milano Markern bekomme ich saubere Kanten und viel feinere Details hin.
An diesem Punkt sieht das Bild meistens überraschend flach aus. Das ist so gewollt. Die Tiefe kommt später.
Schritt 3: Schatten und Tiefe
Sobald die Acrylschichten komplett getrocknet sind, gehe ich zu Alkoholmarkern über.
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Alkoholmarker verhalten sich ganz anders als Acrylmarker. Sie verlaufen weich ineinander, erzeugen satte Schatten und bringen feine Farbverläufe, die Acrylmarker allein oft nicht schaffen.
Mir ist aufgefallen, dass Acrylmarker gelegentlich etwas kreidig oder flach wirken. Genau da verwandeln Alkoholmarker das ganze Bild. Sie vertiefen die Farben, schaffen weichere Übergänge und lassen Objekte viel dreidimensionaler wirken.
Für mich passiert die Magie da, wo die knalligen Acrylfarben auf die dunkleren Alkoholmarker-Schatten treffen. Dieser Kontrast ist eines der prägendsten Merkmale der Candy-Decay-Ästhetik geworden.
Schritt 4: Das richtige Material für den Effekt wählen
Eine der größten Lektionen der letzten Jahre: sich nicht zu sehr an ein einziges Medium zu binden.
Wenn ich glühende Flammen will, greife ich oft zu Ölfarben, weil die sich wunderbar verblenden lassen. Wenn ich sattere Schatten brauche, können Alkoholmarker das meistens besser als Acrylmarker. Wenn ich eine perfekt scharfe grafische Form will, sind Acrylmarker kaum zu schlagen.
Ich denke nicht in "Welches Medium soll ich nehmen?"
Ich denke in "Welchen Effekt will ich erzeugen?"
Das Bild entscheidet.
Schritt 5: Winzige Details
Der wohl zeitaufwändigste Teil jedes Candy-Decay-Bildes sind die winzigen Details.
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Hier entstehen die Reflexionen.
Die glänzenden Erdbeeren.
Die funkelnden Augen.
Die schimmernden Bonbonpapiere.
Die winzigen Kratzer.
Die kleinen Glanzlichter, die Objekte saftig, klebrig, metallisch oder lebendig wirken lassen.
Manchmal verbringe ich dreißig Minuten mit einem einzigen Quadratzentimeter. Die wenigsten nehmen jede winzige Reflexion bewusst wahr, aber zusammen erzeugen sie den Realismus, der meine seltsamen kleinen Welten glaubwürdig macht.
Schritt 6: Der Abschluss mit Resin
Der letzte Schritt ist eine dünne Schicht kristallklares Epoxidharz.
Für mich ist Resin viel mehr als eine Schutzschicht. Es vertieft die Farben, verstärkt die Schatten und erzeugt eine glasartige Oberfläche, die das ganze Bild lebendig macht. Plötzlich sehen die Erdbeeren feuchter aus, die Süßigkeiten glänzen mehr und jedes winzige Glanzlicht fängt das Licht.
Es ist auch der Moment, in dem endlich alles zusammenkommt. Nach Stunden voller Farbschichten, Schatten und Details verstärkt das Resin jede einzelne Entscheidung, die im Lauf des Bildes gefallen ist, und gibt dem fertigen Werk das glänzende Candy-Decay-Finish, das viele sofort wiedererkennen.
Warum dieser Prozess funktioniert
Meine Kunst war schon immer auf Kontraste aufgebaut.
Süße Tiere und Sterblichkeit.
Zucker und Verfall.
Knallige Farben und dunklere Gefühle.
Bienen und Schädel.
Erdbeeren und existenzielle Angst.
Die Materialien spiegeln genau diese Kontraste. Knallige Acrylfarben liefern den Zucker. Alkoholmarker bringen Tiefe und Schatten. Ölfarben sorgen gelegentlich für weiche Leuchteffekte. Weiße Gelstifte erwecken mit winzigen Reflexionen alles zum Leben, und Resin hüllt das ganze Bild in ein glänzendes, bonbonartiges Finish.
Keines dieser Materialien würde für sich allein Candy Decay ergeben.
Es ist die Kombination aus allen, Schicht für Schicht, die diese seltsamen kleinen Welten schafft, in denen unmögliche Dinge sich trotzdem irgendwie echt anfühlen. 🦤
Wenn dich interessiert, wie das alles angefangen hat, lies Meinen Stil finden: Candy Decay, oder hol dir ein paar Lektionen aus Besser werden als Künstler: 15 Tipps.