Wie eine Dissektion der Halsschlagader meine Kunst verändert hat
Claudia SchmidtTeilen
Kleiner Hinweis: Dieser Shop wird auf Englisch geschrieben. Die deutschen Fassungen der Journal-Artikel sind Übersetzungen, deshalb kann sich hier und da mal ein Fehler oder eine holprige Formulierung einschleichen. Wenn dir etwas auffällt, schreib es mir gern.
Im Januar 2026 hat sich mein Leben von einem Tag auf den anderen verändert.
Ich hatte eine Dissektion der Halsschlagader, eine seltene Verletzung. Sie hat mich gezwungen, mich mit etwas auseinanderzusetzen, worum ich mich fast mein ganzes Leben lang herumgedrückt hatte: mit der Sterblichkeit. Vorher war der Tod etwas Fernes. Etwas Abstraktes. Etwas, das anderen passiert.
Plötzlich war er das nicht mehr.
Die Genesung brachte Angst, Unsicherheit und unzählige Momente, in denen mir schmerzhaft bewusst wurde, wie zerbrechlich das Leben ist. Es war nicht nur eine körperliche Genesung, sondern auch eine emotionale. Ich habe über Leben, Verlust, Zeit und Tod nachgedacht, mehr als je zuvor.
Am Anfang war das zu viel. Mit der Zeit passierte dann etwas Seltsames. Statt düsterer Kunst über den Tod habe ich angefangen, knallbunte Bilder zu malen: Tauben, Waschbären, Erdbeeren, Junkfood, Knochen, Blumen und seltsame kleine Kreaturen. Dieser Kontrast wurde mir wichtig.
Meine Bilder sind voller Erinnerungen daran, dass nichts bleibt. Knochen tauchen oft auf. Verfall taucht oft auf. Der Name meines Stils, Candy Decay, verbindet buchstäblich Zucker und Zerfall. Traurig sind die Bilder trotzdem selten.
Die Tiere sind süß.
Die Farben sind knallig.
Das Essen sieht lecker aus.
Die Figuren sind oft komisch, unbeholfen oder leicht lächerlich.
Warum?
Weil Sterblichkeit zu verarbeiten für mich nicht heißt, vom Tod besessen zu sein. Es heißt, mit dem Wissen um ihn leben zu lernen. Die seltsamen kleinen Welten, die ich baue, helfen mir, beides zusammenzubringen. Das Verspielte und das Unangenehme. Das Süße und das Verfaulte. Das Schöne und das Vergängliche. Der Humor macht den Tod ein Stück weit weniger bedrohlich. Nicht, weil er ihn wegzaubert, sondern weil er mich daran erinnert, dass im Leben trotzdem Freude, Neugier und Staunen stecken.
Eine Taube, die Pizza klaut, schafft die Sterblichkeit nicht ab.
Eine lächelnde Erdbeere schafft die Sterblichkeit nicht ab.
Ein Waschbär, der Schätze aus einem Müllhaufen klaubt, schafft die Sterblichkeit nicht ab.
Aber sie erinnern mich daran, dass das Leben immer noch voller Dinge steckt, die es zu bemerken lohnt. Bei Candy Decay geht es nicht darum, den Tod zu ignorieren. Es geht darum, ihn anzuerkennen und das Leben trotzdem zu genießen. Vielleicht wirken die Bilder deshalb gleichzeitig fröhlich und leicht verstörend. Sie zeigen, wie ich die Welt heute sehe.
Zerbrechlich.
Vergänglich.
Schräg.
Lustig.
Schön.
Und es wert, genossen zu werden, solange wir hier sind.
Meine Candy-Decay-Arbeiten sind aus dieser Erfahrung gewachsen: bunte, surreale Mixed-Media-Bilder voller cute creepy Figuren, seltsamer Tiere, merkwürdiger Objekte und bittersüßer Erinnerungen daran, wie zerbrechlich und schön das Leben ist.
Wenn dich diese kleinen Welten ansprechen, schau dir meine surrealen Kunstdrucke an oder entdecke meine Candy-Decay-Originale.
Mehr darüber, wie diese Erfahrung mein Leben und meine Kunst geprägt hat, schreibe ich in Autistische Künstlerin mit ADHS und Wie Kunst mir hilft, medizinisches Trauma, Sterblichkeit und Angst zu verarbeiten.