How Art Helps Me Process Medical Trauma, Mortality, and Anxiety

Wie Kunst mir hilft, medizinisches Trauma, Sterblichkeit und Angst zu verarbeiten

Claudia Schmidt

Kleiner Hinweis: Dieser Shop wird auf Englisch geschrieben. Die deutschen Fassungen der Journal-Artikel sind Übersetzungen, deshalb kann sich hier und da mal ein Fehler oder eine holprige Formulierung einschleichen. Wenn dir etwas auffällt, schreib es mir gern.

Was passiert, wenn dir plötzlich klar wird, wie zerbrechlich das Leben ist?

Viele Menschen landen bei dieser Frage nach einer lebensbedrohlichen Krankheit, einem schweren Unfall, einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall, Krebs, einem Autounfall oder einem anderen traumatischen Ereignis, das sie zwingt, sich der Sterblichkeit zu stellen. Bei mir war es ein medizinischer Notfall. Danach standen Fragen im Raum, über die ich vorher nie ernsthaft nachgedacht hatte: Fragen über den Tod, über Ungewissheit und darüber, wie schnell sich alles ändern kann.

Wie viele Menschen mit medizinischem Trauma habe ich danach eine Angsterkrankung entwickelt. Ich lebe bis heute mit einer Angststörung und gehe bis heute in Therapie. Heilung verläuft nicht geradlinig, und eine der wertvollsten Erkenntnisse, die ich dabei gewonnen habe, ist: Sie passiert nicht nur übers Reden. Manchmal passiert sie übers Machen.

Meine Kunst ist ein Ort geworden, an dem ich Angst, Sterblichkeit, Ungewissheit und Trauer erkunden kann, ohne alles direkt erklären zu müssen. In der Therapie suche ich oft nach Worten. Manche Erfahrungen sind schwer zu beschreiben. Manche Ängste sind zu groß, zu abstrakt oder zu seltsam, um ordentlich in ein Gespräch zu passen. Kunst lässt mich diesen Gefühlen aus einem anderen Winkel begegnen.

Statt zu sagen "Ich habe Angst vor dem Tod", kann ich eine lächelnde Taube neben einen Schädel malen. Statt existenzielle Angst zu beschreiben, kann ich eine Welt bauen: voller süßer Kreaturen, seltsamem Essen und leiser Erinnerungen daran, dass das Leben vergänglich ist.

Meine Bilder wirken auf den ersten Blick selten düster. Sie sind bunt, verspielt, süß und manchmal ziemlich absurd. Unter den knalligen Farben lebt aber ein Thema, das immer wiederkommt: Sterblichkeit. Nicht, weil ich jemandem Angst machen will, sondern weil ich dem Thema nicht mehr ausweichen möchte.

Lange habe ich geglaubt, Heilung heißt, unangenehme Gedanken wegzuschieben. Heute denke ich, Heilung heißt manchmal, diese Gedanken da sein zu lassen, ohne dass sie das Ruder übernehmen. Genau da kommen die Bienen, Erdbeeren, Tauben, lächelnden Snacks und Bonbonfarben ins Spiel. Sie sind mehr als Deko. Sie sind Begleiter, winzige Emotional-Support-Tierchen, die mir helfen, durch schwierige Themen zu gehen, ohne von ihnen überrollt zu werden. Sie erinnern mich daran, dass Freude neben Angst existiert, Zucker neben Verfall und Leben neben Tod.

Wenn Leute meine Kunst sehen, fällt ihnen oft der Kontrast auf zwischen den fröhlichen Bildern und den dunkleren Themen darunter. Für mich ist genau dieser Kontrast der Punkt. Das Leben ist widersprüchlich. Derselbe Mensch kann gleichzeitig Dankbarkeit und Trauer fühlen. Man kann einen furchtbaren medizinischen Notfall überleben und trotzdem über eine lächerliche pizzafressende Taube lachen. Man kann über Sterblichkeit nachdenken und gleichzeitig Erdbeeren, Sonnenschein, Freundschaften und alberne kleine Tiere schätzen. Das eine hebt das andere nicht auf, es steht nebeneinander.

Meine Kunst erlaubt mir, beides gleichzeitig auszuhalten. Ich kann die Sterblichkeit anerkennen, ohne von ihr aufgefressen zu werden, der Angst begegnen, ohne mich ihr zu ergeben, und über den Tod reden, ohne das Leben aus dem Blick zu verlieren. Vielleicht male ich deshalb weiter süße Dinge. Nicht, weil sie mich von schweren Wahrheiten ablenken, sondern weil sie mir helfen, sie zu tragen.

Wenn du sehen willst, wohin das führt, schau dir meinen Candy-Decay-Arbeitsprozess an oder stöbere durch die Originale, zu denen diese Gefühle geworden sind.

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