Until the Lights Go Out hand-signed art print by Paintranger, a skeleton flamingo painted in glowing pink and orange against darker color, an example of making colors glow in a painting

Wie du Farben in einem Bild zum Leuchten bringst (ganz ohne Neonfarbe)

Claudia Schmidt

Kleiner Hinweis: Dieser Shop wird auf Englisch geschrieben. Die deutschen Fassungen der Journal-Artikel sind Übersetzungen, deshalb kann sich hier und da mal ein Fehler oder eine holprige Formulierung einschleichen. Wenn dir etwas auffällt, schreib es mir gern.

Ich werde ziemlich oft gefragt, welche Farbe ich für dieses Leuchten benutze. Die enttäuschende Antwort: ganz normale Farbe. Nichts in meiner Arbeit ist fluoreszierend, nichts ist metallic, und es steckt auch kein cleveres Malmittel dahinter.

Leuchten ist kein Pigment. Es ist ein Verhältnis zwischen einer Farbe und allem, was du drumherum setzt. Wenn du die Mittel kennst, kannst du ein völlig normales Rosa so aussehen lassen, als wäre es von innen beleuchtet.

1. Leuchten ist relativ, also bau erst die Nachbarschaft

Eine helle Farbe für sich allein ist einfach nur eine helle Farbe. Sie fängt erst an, wie Licht zu wirken, wenn das Drumherum stumpfer und dunkler ist. Genau deshalb machen Neonschilder bei Tageslicht nichts und nachts alles.

Praktisch heißt das: Bevor du dich um deine hellste Farbe kümmerst, entscheide, wogegen sie steht. Wenn dein ganzes Bild hell und licht ist, kann nichts darin leuchten, weil kein Kontrast mehr übrig ist, den du ausgeben könntest.

2. Misch deine Dunkeltöne aus Farbe, nie aus Schwarz

Das ist der größte einzelne Punkt. Wenn du ein leuchtendes Rosa mit Schwarz direkt aus der Tube umgibst, sieht das Rosa aus, als kleble es auf einem Loch. Umgibst du es mit einem tiefen Pflaume, einem Blaugrün, einem sehr dunklen warmen Braun, dann steckt in der Fläche immer noch Farbe, und das Rosa wirkt, als würde es seine Umgebung beleuchten.

Misch Dunkeltöne lieber aus Komplementärpaaren: Rot mit Grün, Orange mit Blau, Gelb mit Violett. So bekommst du Dunkeltöne, die lebendig bleiben.

3. Heb die höchste Sättigung für eine kleine Fläche auf

Leuchten ist klein. Ein Gesicht, das von einem Handydisplay beleuchtet wird, ist größtenteils dunkel mit etwas Licht drauf, nicht umgekehrt.

Wenn jeder Quadratzentimeter auf voller Sättigung liegt, hat das Auge keinen Landeplatz und das Bild wirkt laut statt beleuchtet. Ich benutze viel Farbe, aber die wirklich maximale Buntheit macht in jedem Bild nur einen kleinen Teil der Fläche aus. Alles andere ist eine Stufe darunter.

4. Bau eine Zwischenstufe zwischen Leuchten und Dunkel

Licht fällt allmählich ab. Wenn dein helles Gelb direkt an deinem dunkelsten Ton sitzt und nichts dazwischen liegt, wirkt es wie ein aufgeklebter Sticker.

Setz ein oder zwei Zwischenstufen dazwischen, meistens eine etwas dunklere und etwas weniger gesättigte Version der Leuchtfarbe selbst. Gelb zu warmem Orange zu tiefem Rotbraun zu Dunkel. Genau diesen Übergang liest dein Gehirn als Licht, das nach außen abstrahlt.

Bad Signal, Good Transition hand-signed art print by Paintranger, two sharks in a room lit entirely pink, an example of glowing color built from ordinary paint

In Bad Signal, Good Transition ist der ganze Raum rosa, aber es sind ungefähr fünf verschiedene Rosatöne in einer Leiter von fast Weiß bis zu einem staubigen Rotbraun. Diese Leiter ist das Leuchten. Ein einzelnes flaches Rosa wäre einfach eine rosa Wand gewesen.

5. Nutz Temperaturkontrast, nicht nur Helligkeitskontrast

Warmes Licht wirkt am hellsten vor kühlem Schatten, kühles Licht am hellsten vor warmem Schatten. Wenn du deine Dunkeltöne etwas kühler und blauer schiebst und dein Leuchten warm lässt, bekommst du eine zweite Kontrastebene geschenkt, zusätzlich zum Hell-Dunkel-Unterschied.

Genau deshalb ist die Kombination aus Rosa und Cyan in Neonbildern so ein Klischee. Sie macht zwei Jobs auf einmal.

6. Mach eine Kante weich

Überall harte Kanten lassen Dinge wie Gegenstände aussehen. Eine etwas weichere Kante da, wo die helle Form auf das Dunkle trifft, liest sich wie ausblutendes Licht, und genau das macht echtes Leuchten.

Viel brauchst du davon nicht. Ein oder zwei weiche Übergänge in einem sonst klaren Bild bringen mehr, als alles zu verwischen.

7. Prüf es in Graustufen

Mach ein Foto und entfernt am Handy die Farbe. Wenn deine leuchtende Stelle nicht klar das Hellste in ihrem Bildbereich ist, wird sie nie leuchten, egal wie gesättigt die Farbe ist.

Sättigung kann ein Helligkeitsproblem nicht retten. Dieser Test findet fast alles und dauert zehn Sekunden.

8. Lass die Oberfläche mitarbeiten

Das ist speziell für meine Art zu malen, aber es macht einen Unterschied. Eine glänzende Oberfläche reflektiert echtes Licht, das Bild verändert sich also, während du daran vorbeigehst, und die hellen Stellen fangen wirklich Licht ein. Das ist ein kleines Stück physisches Leuchten obendrauf auf die gemalte Illusion, und mit ein Grund, warum die Originale in echt anders aussehen als auf dem Bildschirm. Meinen ganzen Ablauf beschreibe ich in My Candy Decay Art Process.

Die drei Fehler, die ich am häufigsten sehe

  • Schwarze Schatten. Sofortige Flachheit. Nimm stattdessen bunte Dunkeltöne.
  • Alles auf Maximum. Wenn alles hell ist, ist nichts hell. Irgendetwas muss leise sein.
  • Auf das Pigment vertrauen. Eine Tube Leuchtfarbe repariert keine Helligkeitsstruktur. Das Leuchten entsteht aus dem, was drumherum liegt.

Wenn du das ganze Farbsystem willst

Dieser Artikel ist die kurze praktische Version. Wenn du dir eine Palette bauen willst, die das zuverlässig macht statt zufällig, dafür sind meine Candy-Decay-Guides da, und Wie du deinen eigenen Farbstil entwickelst ist ein guter kostenloser Einstieg.

Und wenn du dir die Ergebnisse lieber anschaust, statt sie selbst zu malen: die handsignierten Drucke folgen alle dieser Farblogik, von Hand signiert für 35 Euro.

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