Hand holding a black cat sticker in a rainbow roller skate above a box full of handmade stickers

So mache ich meine Sticker – Drucker, Plotter und Laminieren

Claudia Schmidt

Kleiner Hinweis: Ich schreibe alles hier zuerst auf Englisch. Die deutschen Fassungen der Journal-Artikel sind Übersetzungen, da kann sich mal ein Fehler oder eine holprige Formulierung einschleichen. Wenn dir etwas auffällt, sag mir gern Bescheid.

Jeder Sticker in meinem Shop ist bei mir zu Hause entstanden: gedruckt, laminiert und ausgeschnitten von einem Plotter auf meinem Schreibtisch. Bis das so reibungslos lief, hat es allerdings ein paar Anläufe gebraucht. Hier erzähle ich dir, mit welchem Plotter ich gelandet bin, was ich sonst noch benutze und wie du deine eigenen Sticker machst, auch mit Glitzer und Holo.

Warum ich bei der Siser Juliet gelandet bin

Mein klarer Favorit ist die Siser Juliet. Davor hatte ich zwei Plotter von Silhouette, und mit beiden bin ich nicht glücklich geworden.

Schneideplotter Siser Juliet mit geöffnetem Deckel auf dem Schreibtisch
Meine Siser Juliet, der Plotter hinter jedem Sticker im Shop.

Angefangen habe ich mit der Silhouette Portrait 3. Später kam die neue Cameo 5 Alpha dazu, zusammen mit dem automatischen Blatteinzug für A4. Der galt als kompatibel, hat aber letztlich nicht zur Maschine gepasst. Der Support von Silhouette war quasi nicht vorhanden. Und weil ich nicht in den USA lebe, konnten sie mir nicht mal ein Ersatzteil schicken.

Dazu kam: Mit Silhouette hat Glitzer bei mir einfach nicht geklappt. Genau das war mir aber wichtig, denn Glitzersticker gehören für mich einfach dazu. Also habe ich gewechselt.

Das hat mich an der Juliet überzeugt:

  • Die eingebaute Kamera erkennt die Passermarken. Das sind die kleinen Markierungen, die mit auf den Bogen gedruckt werden, damit der Plotter weiß, wo er schneiden soll. Die Kamera findet sie auch auf glitzernden oder spiegelnden Oberflächen, wo ein normaler optischer Sensor oft aufgibt.
  • Die Software ist viel einfacher. WLAN einrichten und los geht's. Das Programm hakt nicht, erkennt die Sticker sofort und alles passt. Bei Silhouette war das ein ganz anderes Gefummel.
  • Die Klingen sind günstig zu bekommen. Ich nehme nicht die Originalklingen, sondern günstigere passende Klingen, und bin damit zufrieden.

Klar, auch bei der Juliet musst du am Anfang ein bisschen rumspielen. Wie tief muss die Klinge für welches Material sein? Wo genau muss die Kamera hinschauen, damit sie die Passermarke erkennt? Wenn du dich da einmal eingespielt hast, läuft es aber reibungslos.

Was du brauchst

WasWas ich benutzeWarum
PlotterSiser JulietKamera erkennt die Passermarken, auch bei Glitzer
DruckerEpson EcoTank ET-2810Recht günstig im Unterhalt, weil du die Farben einfach nachfüllst
StickerpapierVinyl-StickerpapierGanz normales bedruckbares Vinyl
HolofolieHolo-StickerfolieFür die Holo-Sticker
LaminiergerätLaminiergerätSchützt die Sticker, alternativ geht Klebelaminat
SchneidemattenSchneidemattenGünstig, leicht klebend, im großen Format statt A4
KlingenPassende ErsatzklingenIch nehme keine Originalklingen, die günstigen tun es auch

Zu den Matten noch ein Wort: Die A4-Matten haben bei mir irgendwie nicht funktioniert, die größeren schon.

Schritt für Schritt: So entstehen meine Sticker

  1. Motive anlegen und drucken. Lege deine Motive in der Software der Juliet an (Leonardo Design Studio) und druck den Bogen dann auf normales Vinyl-Stickerpapier.
  2. Laminieren. Ich laminiere jeden Bogen, damit die Sticker länger halten. Wenn du kein Laminiergerät hast, nimm einfach selbstklebendes Laminat und streich es glatt auf.
  3. Der Trick mit dem Laminiergerät. Leg zwei Stickerbögen in eine Laminierfolie, und zwar Rücken an Rücken, sodass die Motive nach außen zeigen. Nach dem Laminieren schneidest du einfach einen Rand ab und reißt die Folie auf. So hast du zwei Bögen, die jeweils nur vorne laminiert sind.
  4. Auf die Matte legen. Leg den Bogen auf eine leicht klebende Schneidematte und schieb sie in die Juliet.
  5. Passermarken erkennen lassen. Die Kamera sucht die Passermarken. Wenn sie die Marke nicht findet, korrigier, wo genau die Kamera hinschauen soll.
  6. Schneiden. Stell die Klingentiefe passend zum Material ein und lass die Juliet schneiden. Für die ersten Bögen lohnt sich ein Testschnitt, bis du die richtige Einstellung gefunden hast.
Stickerbogen mit Schnittkonturen und Passermarken in Leonardo Design Studio
Die Schnittlinien in der Software. Die Ecken sind die Passermarken, nach denen die Kamera sucht.

Glitzer- und Holo-Sticker

Für Glitzersticker lege ich statt des normalen Laminats eine Glitzerfolie über die bedruckten Vinylsticker. Hier zahlt sich die Kamera der Juliet richtig aus, denn sie erkennt die Passermarken auch durch die glitzernde Schicht.

Die Holofolie lasse ich einfach so, ohne zusätzliches Laminat. Sie scheint schwieriger zu schneiden zu sein, deshalb lasse ich die Juliet hier drei Durchläufe machen. Dann lösen sich die Sticker sauber.

Meine Tipps für den Anfang

Ich kann dir gleich sagen: Nimm dir Zeit. Es wird nicht sofort alles klappen, und man braucht eine Weile, bis man den richtigen Workflow gefunden hat. Aber wenn dann alles klappt, ist es einfach unfassbar satisfying.

  • Nimm nur leicht klebende Matten. Wenn die Matte zu doll klebt, kann das richtig nervig sein. Die ersten Sticker machst du dir mit einer zu stark klebenden Matte schnell kaputt, weil sie beim Abziehen knicken oder reißen.
  • Lieber große Matten statt A4. Die A4-Matten haben bei mir nicht funktioniert, mit den größeren klappt es.
  • Teste die Klingentiefe für jedes Material. Normales Vinyl, Glitzer und Holo brauchen unterschiedliche Einstellungen. Notier dir, was funktioniert hat.
  • Hab Geduld mit der Kamera. Am Anfang musst du ein bisschen ausprobieren, wo genau sie hinschauen soll. Danach erkennt sie die Passermarken zuverlässig.
  • Spar bei den Verbrauchsmaterialien. Günstige Klingen, Matten von Amazon und ein Drucker mit Nachfülltanks halten die Kosten pro Sticker niedrig.

Und jetzt du

Wenn du keine Lust hast, selbst zu plotten, findest du meine fertigen Sticker natürlich im Shop: schau dir die Einzelsticker an. Und wenn du loslegst: Zeig mir gern, was du gemacht hast!

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