Bad Signal, Good Transition painting by Paintranger: two sharks sharing cinema nachos and cheese dip in a glowing pink room full of trans pride details

Bad Signal, Good Transition: Die Geschichte hinter dem Bild

Claudia Schmidt

Kleiner Hinweis: Dieser Shop wird auf Englisch geschrieben. Die deutschen Fassungen der Journal-Artikel sind Übersetzungen, deshalb kann sich hier und da mal ein Fehler oder eine holprige Formulierung einschleichen. Wenn dir etwas auffällt, schreib es mir gern.

Manche Auftragsarbeiten kommen als Briefing. Diese kam als Liebesbrief.

Eine Mail über einen Bruder

In meinem Postfach lag eine Nachricht von Damaris, die in den Niederlanden lebt. Sie hatte meine Arbeiten gefunden, mochte das Zufällige und das Bunte daran und wollte wissen, ob ich Auftragsarbeiten mache. Sie hat einen trans Bruder, schrieb sie, und sie hatte das Gefühl, dass meine Bilder die beiden auf eine ganz besondere Art einfangen. Total süß schrieb sie noch dazu, dass sie noch nie Kunst in Auftrag gegeben hat und überhaupt keine Ahnung hat, welche Infos ich brauche, ich solle sie einfach aufklären.

Was dann kam, war kein Briefing. Es war alles.

Nachos, Käsedip und ein Kino in Deutschland

Als Kinder waren die beiden ständig im Kino. Er war klein, also suchte er den Film aus, und sie war einfach froh, dabei zu sein. Der eigentliche Grund, warum sie hingingen, und das geben beide zu, waren aber die Nachos. Genauer gesagt der Käsedip. Unerklärlich lecker, in ihren Worten.

Heute lebt sie in den Niederlanden. Er lebt weiter in Deutschland. Und jedes einzelne Mal, wenn er mit seinen Freunden ins Kino geht, schickt er ihr ein Foto von seinen Nachos mit Käsedip.

In dem Moment wusste ich, was das Bild werden musste.

Das Originalbild Bad Signal, Good Transition im Paintranger-Atelier vor einer Wand voller bunter Gemälde

„Ich bin übrigens trans (Überraschung)“

Damaris hat mir erzählt, dass ihr Bruder nie das Bedürfnis hatte, sich bei ihr zu outen. Irgendwann war klar, dass er es den Eltern sagen musste, und er wollte vorher mit ihr darüber reden. Dieses Gespräch fing mit genau diesem Satz an.

Die beiden sind die Jüngsten von fünf Geschwistern, dazu sind sie mit Pflegegeschwistern aufgewachsen. Das Haus war also immer voll, und der größte Teil der Familie ist ziemlich religiös. Sich dort zu outen hat einen Mut gebraucht, über den sie bis heute mit Bewunderung spricht. Sich bei ihr zu outen hat ihn dagegen nichts gekostet, weil sie längst einen Raum gebaut hatte, in dem es gar nicht nötig war.

Genau so sollte sich das Bild anfühlen. Nicht der große dramatische Moment. Der Raum.

Zwei Haie an einem Tisch

Haie sind sein Lieblingstier, also sind beide Haie. Er trägt einen Split Dye, halb blond, halb braun. Ihre Farbe ist seit über zehn Jahren Pink, was auch einer der Gründe ist, warum meine Arbeiten bei ihr angekommen sind, denn Candy Decay baut auf genau diesem lauten Pink auf. Zwischen den beiden steht der Teller Nachos und eine Schale Käsedip mit einer kleinen Pride-Flagge mittendrin, natürlich.

Der Rest des Raumes gehört ihnen genauso. Ein Leuchtschild, auf dem steht: willkommen, wir haben dir einen Platz freigehalten. Eine Kinotafel, die dem Preset sehr direkt sagt, wo es hingehen kann. Ein Ticket für das Candy Decay Cinema. Pixelherzen in Regenbogen, in den Trans-Farben und in Rot. Eine Trans-Flagge im Fenster neben einer Stadt bei Nacht. Ein kleines Polaroid mit zwei Silhouetten auf der Pride, denn er kommt jedes Jahr zur Pride nach Amsterdam, dieses Jahr zum dritten Mal. Ein handgeschriebener Zettel auf dem Tisch, den eigentlich nur die beiden lesen können müssen.

Und beide sind völlig ungeplant in der Mode gelandet. Sie hat ein Upcycling-Label gegründet, er hat gerade die Modeschule beendet. Das Bild ist also ein Abschlussgeschenk. Und ein Geburtstagsgeschenk. Und ein Coming-out-Geschenk. Es erfüllt mehrere Zwecke auf einmal, was ziemlich passend ist.

Woher der Name kommt

An der Wand hinter den beiden hängt ein kleines Poster, auf dem bad signal, good transition steht. Manche Dinge brauchen Jahre, bis sie klar ankommen. Manche Dinge kommen genau so an, wie sie sind.

Daraus wurde der Titel.

Bad Signal, Good Transition verpackt in einer schwarzen Geschenkbox mit rosa Papierfüllung, bereit für den Versand

Das Original hat schon ein Zuhause

Das Original war ein Geschenk. Es ist zu ihrem Bruder gegangen, und genau darum ging es von der allerersten Mail an.

Aber Damaris hat früh gefragt, ob es Drucke geben wird, damit sie selbst einen behalten und ihm trotzdem das Original schenken kann, und die Antwort ist ja. Der handsignierte Druck ist 21 mal 21 cm, signiert, mit meinem Künstlersiegel geprägt, und er kommt mit einer kleinen handgeschriebenen Widmung, liebevoll verpackt und mit ein bisschen Chaos wie immer. Es gibt auch eine größere Posterversion, produziert und versendet von meinem Druckpartner, und einen digitalen Download, falls du lieber selbst druckst.

Zum handsignierten Druck →

Zum Poster, von 10 mal 10 bis 24 mal 24 Zoll →

Zum digitalen Download →

Nicht sicher, welches Format was ist? Originale, handsignierte Drucke und Wandbilder im Vergleich →

Wohin 20 % jedes Drucks gehen

Dieses Bild gibt es, weil jemand Platz für jemand anderen gemacht hat, und es hätte sich falsch angefühlt, das komplett für mich zu behalten. Deshalb gehen 20 % der Einnahmen aus jedem handsignierten Druck von Bad Signal, Good Transition an den Bundesverband Trans*, den deutschen Verband, der sich für die Rechte, die medizinische Versorgung und die rechtliche Selbstbestimmung von trans und geschlechtlich vielfältigen Menschen einsetzt.

Nicht jede Familie hat eine Damaris. Genau deshalb gibt es Organisationen wie diese.

Wenn du so einen Menschen hast

Wenn du das hier liest und dabei an eine ganz bestimmte Person denkst, und du sie in einen Raum gemalt haben willst, in dem sie längst willkommen ist, dann schreib mir. Ich nehme nicht viele Auftragsarbeiten an und ich bin langsam, aber diese hier hat mich sehr genau daran erinnert, warum ich überhaupt welche annehme.

Danke, wie immer, dass du unabhängige Kunst unterstützt. Und danke an Damaris und ihren Bruder, dass ich diese Geschichte erzählen darf.

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